Koordinierungsstelle Unternehmensnachfolge nahm am 1. Januar 2009 seine Arbeit auf
Die Sicherung des Unternehmensbestandes steht fest im Fokus der Politik der Landesregierung. Insbesondere die professionelle Begleitung von Unternehmensnachfolgen ist eine wichtige Aufgabe. Für viele Unternehmen ist jetzt und in naher Zukunft die Nachfolge zu regeln. Statistischen Angaben zu Folge trifft das in der nächsten Zeit auf ca. 4-5 tsd. Unternehmen in M-V altersbedingt zu.
Ein wesentlicher Nachteil der bisherigen Arbeitsweise war die unzureichende Koordinierung dieses Prozesses und das Fehlen einheitlicher Qualitätsstandards, um Unternehmensnachfolgen erfolgreich zu begleiten und zu gestalten. Mit dem Aufbau der „Brücke MV- Koordinierungsstelle Unternehmensnachfolge“ wurde ein Instrument geschaffen, das den Unternehmen Unterstützung in diesem Prozess bietet.
Die Koordinierungsstelle fungiert von der Aufgabenstellung her als Partner der Kammern und der Verbände des Landes.
Im Fokus ihrer Tätigkeit stehen insbesondere solche Aufgaben wie
- die Zusammenarbeit mit den Partnern zu organisieren
- die Abstimmung mit den Unternehmen vorzunehmen, die Expertenauswahl nach vorgegeben Qualitätskriterien zu treffen und sie in diesem Prozess zu begleiten
- die Vertragsgestaltung mit den Unternehmen, Beratern, Trainern und Sachverständigen zu übernehmen
- Unterstützung bei der Nachfolgersuche und deren Qualifizierung zu geben
- In der Zusammenarbeit mit den Beratern und Trainern Defizite der Nachfolger zu identifizieren und
- die Unternehmen bei der Umsetzung der Nachfolgeregelung entsprechend Unterstützung zu geben
Netzwerk mit Kammern, Verbänden und Kreditinstituten ausbauen
Mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern nimmt die KS in erster Linie die Interessen der Unternehmen in Auftrag der Kammern und Verbänden nachhaltig wahr. Dabei stützt sich die KS auf ein Netzwerk von Partnern. Partner sind u. a. die Industrie- und Handelkammern und Handwerkskammern, die Bürgschaftsbank und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft, die Vereinigung der Unternehmensverbände, die Banken und Sparkassen, die Landesarbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften M-V, der DEHOGA-Landesverband, der Bauverband, der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft, die Universitäten und Hochschulen, die regionalen Unternehmerverbänden, die Steuerberaterkammer und die Rechtsanwaltskammer des Landes in Mecklenburg-Vorpommern. Das Netzwerk ist jedoch transparent und steht weiteren Interessenvertretern von Unternehmen des Landes offen.
Zur Arbeitsweise
Die Arbeitsweise der KS als überregional arbeitende neutrale Institution, wird durch festgelegte Prämissen getragen. Sie steuert und begleitet den Nachfolgeprozess, organisiert die interdisziplinäre Zusammenarbeit, unterstützt die Erarbeitung einer ganzheitlichen Unternehmensanalyse und eines Unternehmensentwicklungsplanes durch den Einsatz geeigneter Lotsen und externer Spezialisten. Berät und begleitet die Unternehmen im Prozess bei Kredit- und Bürgschaftsentscheidung, führt eine qualifizierte Prüfung der Finanzierungsanfrage nach den vorgegebenen Finanzierungsstandards durch und bereitet die notwendigen Dokumente für eine Finanzierung auf.
Auf Wunsch der Unternehmen organisiert die KS eine nachhaltige Betreuung und leistet Unterstützung bei der Einführung eines Risikowarnsystems zur Reduzierung der wirtschaftlichen Risiken für Unternehmen, Hausbank und Bürgschaftsbank
Akquise und Öffentlichkeitsarbeit
Durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll die sensible Problematik der Unternehmensnachfolge noch stärker in den Fokus der Unternehmen gerückt werden. Insbesondere werden die vorhandenen Medien der Kooperationspartner und die vorhandenen Marketingstrukturen der Landesregierung genutzt und zielgerichtet mit den Aktivitäten der KS verbunden.
Vorgesehenen sind u. a.:
- Die Nutzung der Internetportale der Landesregierung (www.GRÜNDER-M-V.de, u. a.)
- Die Nutzung vorhandener Internetplattformen, z. B. www.Nexxt-Chance.org
- Die Zusammenarbeit mit den Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen zur Nachfolgergewinnung
- Die Unterstützung der Kammern und Verbände bei der Vorbereitung und Durchführung von Workshops und Veranstaltungen
- Das Auftreten auf Messen und Veranstaltungen und die Verbreitung von Best Praxis Beispielen
Beraterauswahl und Kriterien
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit der Koordinierungsstelle Unternehmensnachfolge ist die zielgerichtete und passgenaue Auswahl der zum Einsatz kommenden Berater als wichtiger Garant einer qualifizierten Prozessgestaltung. Diese erfolgt nach festgelegten Kriterien.
Wesentliche Mindestkriterien sind, die Listung als Unternehmensberater bei der KfW in der Sparte Nachfolge und Sicherung, eine mindestens 5 jährige Berufserfahrung auf dem Gebiet Coaching/Beratung von Unternehmen und der Nachweis von erfolgreich betreuten Projekten zur Unternehmensnachfolge durch Referenzen.
Geeignete Mentoren aus der Landesinitiative, die sich in die Betreuung von Unternehmens-nachfolgen einbringen möchten, werden entsprechend ihren persönlichen Erfahrungen auf diesem Gebiet, berücksichtigt.
Die Zusammenarbeit mit den Kreditinstituten des Landes ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Arbeit bei der Entscheidungsfindung zur Finanzierung von Unternehmensnachfolgen. Dabei arbeitet sie eng mit der Bürgschaftsbank M-V, der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft, der KfW und den Banken und Sparkassen zusammen.
Hauptsitz der Koordinierungsstelle Unternehmensnachfolge-Brücke MV ist 17213 Malchow, August Bebel Str. 35.
